Die georgische Sängerin Nino Katamadze wird fürderhin nicht mehr in Russland auftreten. Sie reagierte damit auf die Rede des russischen Duma-Angeordneten Gawrilow im georgischen Parlament, was auch Tausende ihrer Landsleute für verfehlt halten, wie die Demonstrationen in Tbilissi belegen. Immerhin sind rund 20 Prozent des georgischen Staatsgebiet de Facto von Russland okkupiert. „Russland ist ein Okkupant. Putin ist der Feind meines Landes“, und ergänzte das mit dem Bekenntnis: „Ich bin Georgierin, das heißt, ich bin Europäerin!“, schrieb sie in einem FB-Post, der später wieder verschwand. Ich hatte die Freude, Katamadze mit ihrer Band Insight vor zehn Jahren in Moskau zu erleben. Es war großartig. Jetzt bescheinigte ihr Kremlsprecher Dmitri Peskow, sie würde von Politik nicht sehr viel verstehen, man wäre aber bereit, ihr Nachhilfestunden zu erteilen. Inzwischen ist in Russland ein Shitstorm gegen Katamadze entfacht worden. Neben Hardlinern wie Senator Alexej Puschkow beeilen sich Sängerinnen und Sänger, ihre Loyalität zu Russland zu bekunden. Nino und ihre Kollegin Anita Ratschwelitschwili, die sich ähnlich äußerte, haben wohl einen Nerv getroffen.

Ist es Zufall, dass ich Ninos Alben, die ich beim Streaming-Dienst Deezer für mich unter Favoriten abgelegt hatte, nicht mehr ansteuern kann? Man teilt mir mit: „Es ist ein Fehler aufgetreten, bitte versuche es später noch einmal.“ Nun ja, die Technik, die Veröffentlichungsrechte… Der Gründe kann es viele geben.

https://grani-ru-org.appspot.com/Culture/Music/m.276773.html

https://ria.ru/20190701/1556093568.html

2019-07-02T02:33:55+01:00